Mittwoch, 8. Juli 2015

Mannschaftswagen 72

Im Wagenpark des Circus Williams fanden sich 1967 mehr als 20 Mannschaftswagen unterschiedlicher Baurt und Beschaffenheit.
Obwohl es auch einige neuere Wagen von Storck oder dem italienischen Wagenhersteller Calcide gab, bestand der Grossteil der Mannschaftswagen aus älteren Holzschindelwagen die teilweise schon seit den 1950er Jahren mitliefen.
Dementsprechend zeigten viele Wagen Gebrauchs- und Ausbesserungsspuren, wie eben der hier vorgestellte Wohnwagen mit der Nummer 72. Ursprünglich komplett aus Holz, wurden die Seitenteile über die Jahre mit Blechplatten verkleidet, während die Stirnwände aus Holz blieben. Am Heck besass der Wagen anfangs eine doppelte Packwagentür, welche später umgebaut wurde.
Diese baulichen Besonderheiten machten den Wagen aus modellbauerischer Sicht besonders reizvoll und der Bau war Modellbauspass pur. 

Das Vorbild 1966 in Düsseldorf


Nach der Bildrecherche fertigte ich, wie gewohnt, eine Zeichnung des Wagens in CorelDraw an, druckte diese dann auf normalem Papier aus und nutze sie als eine Art Schablone zum Ausschneiden der Fenster und zum markieren von Stellen wo später Leisten oder andere Details angebracht werden sollten.  


Um die glatten Blechwände im Modell zu erzielen wurde als Baumaterial hier Evergreen 9020 verwendet, die Stirnwände aus Holz bestehen aus Evergreen 4030.  Die rechte Seitenwand war mit vier Blechen ausgekleidet. Den Effekt der separaten Bleche erzielte ich mit drei vorsichtigen Skalpellschnitten. Auch die genaue Position der Leisten auf der linken Seite wurde so bestimmt. 


Die Seitenteile samt Stirnwänden 


Die im Text oben angesprochene umgebaute Doppeltür im Modell. 


Kurz nach dem Lackieren der roten Bauchbinde.


Die drei Baugruppen Dach, Aufbau und Fahrgestell werden zusammengefügt. Hier die linke Seite.


Und die fensterlose rechte Seite. 


Dann wurden die blauen Streifen als Nassschieber aufgetragen und parallel das Dach und Fahrgestell gealtert. 


Auch bekam das Dach Regenrinnen aus Evergreen Styrene Streifen 103 und der Wagen seine Bereifung. Die Räder sind umgebaute Reifen der Firma Preiser.


Anhand des Originalbildes wurden vorbildgerechte Vorhänge am Computer angefertigt und hinter durchsichtiges Plexiglas geklebt.


Auch die Treppe wurde dem Vorbild entsprechend gestaltet und lackiert.


Man beachte die Flickstellen am Dach. Diese wurden aus Aluminiumfolie geschnitten und mit dem Pinsel bemalt.

Dienstag, 7. April 2015

Schneiderei 251

Der Wagen Nummer 251 lief anfangs mit der Wagennummer 11, später zu Zeiten des Spanischen Nationalcircus unter der 250, und beheimatete die Schneiderei. 1967 wurde er umnummeriert und mit dem Schriftzug CIRCUS WILLIAMS versehen. 1968 wurden die Buchstaben wieder abgeschraubt. 
Auch dieser reizvolle Wagen entstand wieder in Zusammenarbeit mit Sebastian Kerth von der Circuswerkstatt und wurde einmalig für mich geätzt. Neben dem Wagenaufbau wurde bei diesem Wagen auch das Oberlicht des Daches speziell angefertigt und dem Vorbild entsprechend nachgebaut.

Das Vorbild 1967 in Nürnberg
(Bild: Heinz Rettig)


Der exklusive Messing Bausatz von Sebastian Kerth vor dem Lackieren. 


Um das Oberlicht originalgetreu nachzubauen, wurden bei einem gekürzten Preiser Oberlichtdach die vorhandenen Fenster herausgetrennt. 


In den Freiraum wurde dann das exakt angepasste Messingstück eingesetzt.


Erste Passprobe.


Hier erkennt man die detailreiche Stirnwand mit dem verschlossenen Fenster. 


Im Gegensatz zu den anderen Wagen hatte die Schneiderei nur einen dicken, blauen Streifen. Dieser wurde, wie auch die blauen Streifen der anderen Wagen, aus einem Decal angefertigt. 


Der lange Schornstein ist ein dickes Messingrohr und wurde in ein vorsichtig gebohrtes Loch im Dach eingelassen. 


Der fertige Wagen inklusive speziell angefertigter, vorbildgerechter Deichsel und Details wie Türklinke. 



Freitag, 3. April 2015

Raubtierwagen 33

Dieser interessante Käfigwagen wurde von dem italienischen Wagenhersteller CALCIDE hergestellt und auf der Wintertournee durch Italien (1966/67) mitgenommen.
1967 beherbergte der Wagen die zwei Pumas, Löwin und den Leoparden der Tierschau.
Wegwesend für damalige Verhältnisse war die ausziehbare Käfigveranda, die den tierischen Bewohnern erweiterte Auslaufmöglichkeiten bot.


   
Das Vorbild 1967 in Hagen 
Bild: Circusjournal Sonderheft 5 (H. Neumärker)
Das Modell war schon seit langem von mir geplant und erste Versuche den Wagen komplett aus Evergreen zu bauen scheiterten an der Dicke des Evergeen Materials, welches die Klappen zu klobig hätte aussehen lassen. Also wendete ich mich an meinen Bekanten Andre Delvo und zusammen entwarfen wir eine Vorlage um das Modell aus Messing ätzen zu lassen. 
Das Ergebnis was ein vorbildgetreues Modell inklusiver aller Details. 



Die Klappen aus geätztem Messing.


Der Holzboden des Innenraums, sowie der Veranda wurde aus den gelaserten Echtholzbodenplatten von Kirmeswelten Hamburg gefertigt. 
Das Dach stammt von den neuen 6m Runddachpackwagen von Preiser. 


Die erste Stellproben nach dem Grundlackieren.


Nun folgte der arbeitsintensivste Teil des Baus. Die vorbildgerechte Lackierung der roten und blauen Binden. 


Danach wird die Nummerierung als Decal aufgebracht und die Messingketten angeklebt, sowie ein Evergeenprofil als Regenrinne am Dach befestigt.


Danach ging es an die Gestaltung des Wageninneren.


Die Löwin ist von MEK und wurde selber bemalt, die beiden Pumas stammen von Woodland Scenics und der Leopard ist ein zweckentfremdeter Gepard aus dem Hause Krauthauser Figuren.
Als Stroheinstreu wurde "Heu" der Firma MiniNatur verwendet. 



Dünne glatte Evergreenplatten als Trennwände zwischen den einzelnen Abteilen.  


Der Wagen vor dem Anbringen der vorderen Klappen.





Dienstag, 31. März 2015

Salonwagen 6

Der Wohnwagen Nummer 6 war Teil des privaten Wagenparks der Direktion und stand immer in direkter Nähe zu den anderen Salonwagen. 
Das interessante Modell wurde erst von mir aus Evergreenprofilen gebaut, jedoch entschied ich mich bald, auf Grund der vielen feinen Details und Rundungen, den Wagen lieber aus Messing ätzen zu lassen.
In Zusammenarbeit mit Sebastian Kerth von der Circuswerkstatt wurden meine Handzeichnungen in CorelDraw übertragen, der Wagen dann am Computer entworfen und anschliessend einmalig für mich geätzt. 

Das Vorbild z.Zt. des Spanischen Nationalcircus (1962)
Bild: Circusjournal Sonderheft 4 (H. Neumärker)


Der exklusive Messingbausatz von Circuswerkstatt


Die Bauteile nach dem Grundieren.


Die Bauchbinde und das Fahrwerk wurden rot lackiert. 


Erst dann folgte der Zusammenbau. 


Details wie die Treppenaufhängung dürfen nicht fehlen. 


Erste Stellprobe.


Mittlerweile wurden auch die Fensterrahmen aufgeklebt. 


Nun folgten noch die Lackierung des Daches und das Anbringen der blauen Streifen und der roten Wagennummer in Form von Naßschieberdecals. Danach wurde das komplette Modell mit einer Schicht mattem Klarlack versiegelt und bekam "Fensterscheiben" mit passenden Vorhängen. 
Zum Schluss folgten Türklinken aus dünnem Messingdraht, und die schwarzen Ketten. 





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